Wiesenschacht der Grube Weiße Taube

Der Wiesenschacht gehört zum Weißtaubener Grubenfeld, war 40 m tief und hatte mit den Schächten oben am Buchenweg untertägige Verbindungen. Der Name Wiesenschacht deutet darauf hin, dass hier anstelle des jetzigen Hochwaldes ehemals Wiesen angelegt waren.

Da das aus den Schächten und Stollen geförderte Material, z. T. infolge seines Eisengehaltes, insbesondere aber das ausfließende Stollenwasser eine rote Färbung hatte, wurden diese Wiesen möglicherweise die roten Wiesen und der durch sie hindurchführende Weg der Rotwiesenweg genannt.

Die Grube Weiße Taube wird 1695 erstmals erwähnt. Ihre letzten Register stammen aus dem Jahre 1815. Ihr Grubenfeld begann an der Mulde und reichte bis jenseits des Rotwiesenweges. Doch trotz der langen Betriebszeit und der großen räumlichen Ausdehnung war die Erzförderung dieser Grube völlig unbedeutend. Die ehemals reichen Erzmittel waren bereits im 16. Jahrhundert durch die in dieser Zeit betriebenen Gruben, insbesondere durch St. Anna, weitgehend abgebaut worden.

Von der Grube Weiße Taube ist noch ein verfüllter Tageschacht in der Nähe des Buchenweges vorhanden. Eine Wand des Schachtes ist noch so zu sehen, wie sie einst in mühevoller Arbeit ausgehauen wurde. Ein weiterer Schacht dieser Grube der Weißtaubener Fundschacht, auch Stangenschacht genannt, war zum 800 jährigen Ortsjubiläum im Jahre 1963 noch offen und wurde zu Beginn der 70iger Jahre verfüllt. An dieser Stelle befanden sich hier ein Huthaus und eine Kaue. Das Huthaus oder Zechenhaus ist das zentrale Verwaltungsgebäude eines Bergwerks. Es war Verwaltungsgebäude, Materiallager, Gezähekammer (Werkzeugkammer), Werkstatt und Wohnung in einem.

„Textauszug aus der Weißenborner Chronik von 1963 ; Ergänzungen von L. Richter“
Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 19. Oktober 2016 - 18:22:12