St. Anna Fundgrube

Die Grube St. Anna zählt zu den ältesten und bedeutendsten Weißenborner Grube. 1510 war sie sicher schon in Betrieb, möglicherweise bereits einige Jahrzehnte früher (1481). Von 1524 bis 1591 lieferte sie 1278 kg Silber und 83.000 kg Kupfer. Heute ist vom Schacht noch ein trichterförmiger tiefer Einbruch zu sehen. Ehemals soll auch ein Göpel hier gestanden haben. Als Göpel wird sowohl eine Vorrichtung (Zahnräder, Wellen, Vorrichtung zum Einspannen der Zugtiere) als auch ein Gebäude bezeichnet. Göpel kamen in Mitteleuropa seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert vor allem im historischen Bergbau als Förderanlage zum Einsatz. Wir befinden uns in einem der Zentren des Weißenborner Bergbaues. Nach fast allen Seiten erstrecken sich Halden- und Pingenzüge. Einen großen Teil der im 16. Jahrhundert in der Schieferleithe betriebenen Gruben haben wir in dieser Gegend zu suchen. So wurde die Grube St. Paul (1555-1592) etwas nördlich, nach dem Rotwiesenweg zu, betrieben. Alle diese Gruben lieferten Silber- z.T. auch Kupfer-, wahrscheinlich außerdem Zinnerze.

Schwedenzeche

Geht man von der St. Anna Fundgrube in Richtung Buchenweg und weiter auf diesem nach links, so befinden sich rechts im Wald die Halden und Pingen der Schwedenzeche. Diese sind weitgehend durch Gebüsch und Gestrüpp verdeckt und nur schwer zugänglich. Was es mit dieser Zeche auf sich hat, wissen wir nicht. Möglicherweise diente sie im Dreißigjährigen Krieg, als schwedische Truppen plündernd und mordend durch das Land zogen als Zufluchtsort. Auf einem Bergamtsriss aus dem Jahre 1701 sind diese Halden („die Schweden genannt“) bereits eingezeichnet.

„Textauszug aus der Weißenborner Chronik von 1963 ; Ergänzungen von L. Richter“
Letzte Aktualisierung: Dienstag, 23. Mai 2017 - 12:37:25