Schieferleithe und vereinzelte Gruben 1

Ein weiteres wichtiges Bergbaurevier erstreckte sich an den Gehängen des Muldentales unterhalb von Weißenborn in Richtung der damaligen Richterschen Pulverfabrik und wird als Schieferleithe bezeichnet.

Durchzogen wird das Gelände von dem kleinen Schieferbächlein, dessen Wasser mehrfach für den Bergbau genutzt wurde. In diesem Revier lagen viele kleine Gruben. Zu den bekannteren zählten der „Weißtaubner Stolln“ (vorher „Allnbeckscher Stolln“), „St. Anna“, „Stangen Schacht“, „Wolfgang Stehender“, der „Tiefer Drei Könige Stolln“, die „Lungenberg Schächte“ (vor 1500) u. a.

Die Grube „Weiße Taube“ wird 1695 erstmals erwähnt. Ihre letzten Register stammen aus dem Jahre 1815. Ihr Grubenfeld begann an der Mulde und reichte bis jenseits des Rotwiesenweges. Doch trotz der großen räumlichen Ausdehnung und der langen Betriebszeit war die Erzförderung dieser Grube völlig unbedeutend. Die ehemals reichen Erzmittel waren bereits im 16. Jahrhundert durch die in dieser Zeit betrieben Gruben, insbesondere durch „St. Anna“, weitgehend abgebaut worden. Vielen anderen Schächten ereilte das gleiche Schicksal. Verarmte Erze bescherten den kleinen, zersplitterten, mit geringen Geldkräften und Arbeitsleuten ausgerüsteten Gruben nur ein kurzes Glück.

Der alte Bergbau in Weißenborn ging, wie o.g. fast ausschließlich im nördlich des Ortes gelegenen Hüttenwald um. Darüber hinaus wurde auch am rechten Muldenhang oberhalb von Weißenborn nach Erzen gesucht. Hier ist besonders der „Himmlische Erzbischoff Erbstollen“ zu nennen.
Der „Glück und Segen Erbstolln“ lag an einem rechten Zufluss des Dorfbaches, ca. 1 km oberhalb des Kindergartens.
Im Ort selbst lag der „Zacharias Erbstolln samt Barttenbergs Fundgrube zu Weisenborn Gelegen“. Diese völlig unbedeutende Grube muss oberhalb der Bobritzscher Straße gelegen haben.

Die Menge der gewonnen Erze des „Zacharias“ ist nicht bekannt, lediglich ein Riss mit der Darstellung des Stollns und Übertageanlagen mit der Aufschrift: „Grund und Saiger Riß von Zacharias Erbstolln und Barttenbergs Fundgrube zu Weisenborn gelegen, um ide Oertung am Tag zu bringen, und wie die Gänge in solchen Gebürge Streichen. auch was bey dem geworffenen Schurffe, vor Teuffe einzubringen sey / So abgemessen den 8ten Septbr: 1755. von Gottfried Müllern. Vice Marckscheider. – Freyberg“14, erinnert an seine Existenz.
Beiden ereilte wahrscheinlich das gleiche Schicksal wie den der oben beschriebenen Gruben
Auch in Süßenbach soll Bergbau betrieben worden sein. Nachforschungen darüber blieben jedoch ergebnislos.

*1) Autorenkollektiv, „850 Jahre Weißenborn“, Herausgeber Gemeinde Weißenborn, 2012

Teich am Schieferbach

Es handelt sich um einen künstlich angelegten Teich, der ursprünglich noch größer war. An der rechten und linken Talseite ist die ursprüngliche Höhe der Dammkrone noch erkennbar. Das hier angestaute Wasser des Schieferbaches wurde für die Wasserräder der Gruben links und rechtsseitig des Schieferbaches benötigt. Der Verlauf der Kunstgräben zu den verbrochenen Mundlöchern ist im Gelände noch erkennbar. Da in der Schieferleithe von 1525-1593 die Röhlingsche Hütte betrieben wurde, kann der Teich auch zu dieser Hütte gehört haben. Die Schieferleithe beginnt am Schöpsenteich (früher Zinnteich) und erstreckt sich in westlicher Richtung bis zur Mulde. Ein gleichnamiges Flurstück befindet sich in der Nähe des Schöpsenteiches. Die Bezeichnung Schieferleithe: „Soll sie daher haben, in alten Zeiten hatte viel Holz daselbst gestanden, so man Schiefern genannt, daraus allerhand Geräte und Späne verfertigt wurden“.

„Textauszug aus der Weißenborner Chronik von 1963 ; Ergänzungen von L. Richter“
Letzte Aktualisierung: Dienstag, 23. Mai 2017 - 17:53:03