Oberer Drei Könige Stolln

Das Mundloch des Oberen Drei Könige Stollns befindet sich unterhalb des Weges, der vom Rotwiesenweg abzweigt (Teichweg). Der Graben, in dem das Stollenwasser abgeleitet wurde, ist noch zu sehen. Auf der anderen Seite des Weges ist der Verlauf des Stollens durch eine kleine Schlucht und im Anschluss daran, durch einen Halden- und Pingenzug genau zu verfolgen. Die Erdwälle zu beiden Seiten der Schlucht deuten darauf hin, dass der Stollen einmal zusammengebrochen war.

Bei seiner Aufwältigung (wieder befahrbar machen) wurden die hereingestürzten Massen rechts und links aufgeworfen. Der Obere Drei Könige Stolln wurde auch Friedrich Stolln genannt. Ein zweiter Friedrich Stolln war in Niederbobritzsch angesetzt und bebaute im 16. Jahrhundert den Drei-Königs-Spat, der um 1780 als Friedrich Erbstolln weitergeführt wurde. Sein Mundloch ist in der Schmiedegasse in Niederbobritzsch zu sehen. Die beiden Häuser Juchhöh Nr. 3 und Nr. 4 waren einst das Gebetshaus und Huthaus. Der Stollen führt direkt unter dem Haus Juchhöh Nr. 4 in circa 70 Meter Tiefe entlang.

Einige 100 Meter oberhalb befindet sich ein unterirdischer Bergsee in etwa 40 Meter Tiefe . Das Grubenfeld “Friedrich im Rammelsberg” wurde bereits im 16. Jh. aufgeschlossen. Es erstreckte sich von der Gegend südlich von Hilbersdorf bis nach Bobritzsch im Osten. Das Waldstück zwischen Schieferbach, Rotwiesenweg und dem Weg nach Niederbobritzsch ist stark von bergbaulicher Tätigkeit gekennzeichnet. Dort ist eine Vielzahl alter Pingen zu finden. Hier sind möglicherweise die Grube Drei Könige aber auch viele unbekannte Gruben tätig gewesen.

1853 wurde das gesamte Gebiet zwischen Weißenborn, Hilbersdorf und zusammengelegt und erhielt die Bezeichnung Grubenfeld „Friedrich Erbstolln im Rammelsberg“.

„Textauszug aus der Weißenborner Chronik von 1963 ; Ergänzungen von L. Richter“
Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 19. Oktober 2016 - 18:22:12