Der Bergbaulehrpfad2017-05-23T12:31:33+00:00

weissenborn-erzgebirge-Bergbaulehrpfad-hammerundmeisselWeißenborn liegt im Gebiet der Freiberger Gneiskuppel, die hier von der Mulde und ihren Zuflüssen durchschnitten ist. Beiderseits der Mulde sind z. T. Gehängelehme abgelagert, welche früher wirtschaftlich genutzt wurden. In der Zeit des Carbon vor ca. 250 Millionen Jahren drang flüssige Magma aus dem Erdinneren an die Oberfläche und bildete in unserer Region Gänge aus Quarzporphyr, die verschiedene Erze führten.Der Sage nach fanden 1168 Fuhrleute in den Wagenspuren glänzende Gesteinsbrocken, die, wie es sich herausstellte, einen hohen Anteil an Silber enthielten. Ein großes „Berggeschrey“ setzte ein und aus dem kleinen Ort Christiansdorf gründete sich auf dem „freyen“ Berge unsere heutige Kreisstadt.

Für den Bergbau in der Mark Meißen wurde die Einführung der Bergfreiheit entscheidend. Sie stellte das Recht dar, überall zu graben und sich das gewonnene Erz anzueignen. Damit wurden für den Bergbau günstige gesellschaftliche Bedingungen geschaffen. Das Bergregal und die landesherrliche Grundherrschaft schlossen von vornherein jegliche feudale Bindung für die Berg- und Hüttenleute aus. Diese in die Zukunft weisende Privilegierung der Bergleute spannte für deren Leistungen einen weiten Rahmen und war für den glanzvollen Aufstieg der Landesherrschaft und unserer Region mit ausschlaggebend.

Der Bergbau endete aber nicht an den Stadtgrenzen Freibergs, denn das erzhaltige Gestein schwärmte etwas weniger mächtig auch auf unserer nördlichen Flur in Richtung Frauenstein. Diese Erzgänge setzten vorwiegend im Hüttenwald, also nördlich von Weißenborn auf und waren der Gegenstand eines bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts betriebenen Bergbaus auf Silber, Kupfer, Zinn und Blei. Der Bergbau auf Weißenborner Flur kann in drei Gebiete aufgeteilt werden: Rammelsberg, Schieferleithe und das Dorf selbst.

Folgen Sie uns auf einer Wanderung in das alte Weißenborner Bergbaurevier. Die Karte, die Wegbeschreibung und die sichtbar angebrachten Pfadmarkierungen sollen Ihnen als Wegweiser dienen. Der Lehrtafeln weisen in kurzer Form auf die Stätten der einstigen bergbaulichen Tätigkeit hin. Weiterführende Informationen und Bilder liefern die QR-Code’s. Neben den Bergbauzeugnissen findet Sie auch schöne Ausblicke in dieser erzgebirgischen Landschaft.

Glück Auf

Rundweg Bergbaulehrpfad

wegmarkierungWeglänge: ca. 7,7 km
mit Ausflug zum Wernergraben ca. 9,2 km
Höhenunterschied: 125 m

Die Markierung des Lehrpfades ermöglicht ein Begehen in beiden Richtungen. So kann man vom so genannten Dreiländereck (Kreuzung Friedrich- und Buchenweg) die Wanderung beginnen.
Die folgende Wegbeschreibung beginnt am ehemaligen Möbelhaus am Forstweg in Weißenborn.
Wir folgen dem Forstweg (in manchen Karten auch als Muldenweg bezeichnet) und an der Weggabelung, kurz nach dem Reiterhof, biegen wir links ab.
Rechts und links des Weges kommen wir an sechs großen hölzernen Sichttafeln vorbei, die auf die Geschichte Weißenborns und den Bergbau verweisen.
Vorbei am ehemaligen Huthaus der „Grube Himmelsfürst samt Günther Erbstolln“ gelangen wir an eine Weggabelung, an der sich ein kleiner Rastplatz befindet. Hier steht eine hölzerne Sichttafel, auf der das Weißenborner Bergbaugebiet dargestellt ist. Hier bietet sich die Möglichkeit, einen Abstecher zum verbrochenen oberen Mundloch der 900 m langen „Wernergrabenrösche“ am Saugrundweg zu machen. Wer dies möchte, muss ca. 700 m dem Radweg nach Freiberg folgen und danach wieder zum Rastplatz zurückkehren.
Der Lehrpfad führt gerade aus weiter und kurz danach biegen wir rechts in den Buchenweg ein. Nachdem der Anstieg gemeistert wurde, kommen wir an eine Schneise, die rechts in den Wald führt. Der Wegmarkierung folgend, kommen wir zur Halde des „Günther Tageschachtes“ (GPS: N50° 53.152′ E13° 23.674′).
Von dort nehmen wir den Hüttensteig, der auf den Buchenweg zurückführt. Auf dem Buchenweg geht es danach nach rechts. Nachdem wir auf dem Buchenweg rechterseits die Weide hinter uns gelassen haben und wieder im Wald sind, dürfen wir nicht zu zeitig nach links in den Pfad der talwärts führt einbiegen, sondern nehmen die nachfolgende Schneise, die links auf gleichem Niveau wie der Buchenweg liegt und in Richtung „St. Anna Fundgrube“ (N50° 53.313′ E13° 23.824′) geht. Auf der Tafel wird auch auf die „Schwedenzeche“ verwiesen (GPS: N50° 53.278′ E13° 24.002′), die sich oberhalb des Buchenweges befand aber durch Gestrüpp nur schwer erreichbar ist.
Von der „St. Anna Fundgrube“ folgen wir einem markierten Pfad. Auf ungefähr der Hälfte des Weges steht eine Tafel zum Thema „Tageschacht“ (GPS: N50° 53.339′ E13° 23.660′).
Weiter talwärts bis auf den Weg an der Pulvermühle. Dort erreichen wir den „Andreas Alnpeckschen bzw. Weißtaubner Stolln“ (GPS: N50° 53.368′ E13° 23.615′).
Wir gehen nach rechts weiter entlang des Weges am Betriebsgelände der Pulvermühle vorbei, bis zur Weggabelung Rotwiesen- und Heuweg. Links biegen wir auf den Heuweg ein und erreichen kurz danach eine Tafel „Verbrochenes Mundloch“ (GPS: N50° 53.477′ E13° 23.879′).
Nun müssen wir den Schieferbach überqueren und sehen bereits rechts den Damm eines Deiches. Vom Heuweg biegen wir nach rechts ab und kommen an die Tafel „Teich am Schieferbach“ (GPS: N50° 53.513′ E13° 23.939′).
Nun gehen wir in Richtung Teichweg nach rechts (Wegebezeichnung fehlt)und müssen den Schieferbach nochmals überwinden. Im Frühjahr oder nach ergiebigen Niederschlägen ist der untere Teil des Weges oft etwas nass und feucht. An entsprechendes Schuhwerk sollte gedacht werden.
Auf der folgenden Tafel ist das Bergbaugebiet der „Drei Könige Fundgrube“ mit dem „Tiefen Drei Könige Stolln“ (GPS: N50° 53.453′ E13° 24.079′) beschrieben. Der dazugehörige Schacht liegt etwas oberhalb im Wald (GPS: N50° 53.410′ E13° 24.246′) und befindet sich etwas abseits des Lehrpfades.
Den Teichweg weiter folgend kommen wir an den „Wiesenschacht der Grube Weiße Taube“(GPS: N50° 53.377′ E13° 24.167′).
Vom „Wiesenschacht“ gehen wir weiter und kommen bald auf den Rotwiesenweg. Dort wo der Teichweg auf den Rotwiesenweg trifft befand sich das Mundloch des „Oberen Drei Könige Stolln“, der auch „Friedrich Stolln“ genannt wurde (GPS: N50° 53.265′ E13° 24.304′).
Den Rotwiesenweg bergan folgend gelangen wir auf den Buchenweg, biegen dort links ab und gehen noch bis zur Wegkreuzung. Hier befindet sich die letzte Tafel des Lehrpfades mit einem Verweis auf den“ Zinnteich“, (GPS: N50° 53.238′ E13° 24.442′), der sich bereits auf Niederbobritzscher Flur befindet.

Für den Rückweg bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  1. Man geht den Buchenweg zurück und läuft dann über die Wiese Richtung Scheibenbusch und kommt dann wieder auf dem Forstweg zum Ausgangspunkt zurück (Abkürzung).
  2. Man geht den Friedrichweg in Richtung Weißenborn und erreicht den Ort am Kindergarten. Von dort läuft man die Bobritzscher Straße, Straße der Jugend, die Straße der AWG und kommt dann ebenfalls zum Ausgangspunkt zurück.
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Letzte Aktualisierung: Dienstag, 23. Mai 2017 - 12:31:33