Auszüge aus der Chronik von Weißenborn

Weißenborn – so genannt wegen der Lage östlich der Mulde bedeutet übersetzt:
„Ort am weissen hellen Born, Bach oder Quelle“

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Foto: Jürgen Schreiber

Der größte Teil der Dörfer rund um Freiberg wurde zwischen 1156 und 1170 gegründet, zu einer Zeit als die deutschen Adligen das Gebiet zwischen Saale und Elbe von den Slawen eroberten und die slawische Bevölkerung christianisierte. Gleichzeitig wurden tausende Menschen aus dem Westen des deutschen Reiches (Franken) umgesiedelt. Der Erzgebirgskamm war von einem dichten Wald, dem Miriquidi (=Schwarzer Wald), bedeckt, der schrittweise gerodet wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung von Weißenborn stammt aus dem Jahre 1213. In dieser Urkunde nahm der Papst Innocent das Kloster Altzella bei Nossen und all dessen Güter und Besitzungen, darunter auch den Ort Weißenborn, unter seinen Schutz. Die Gründung von Weißenborn wird jedoch bereits um das Jahr 1163 vermutet, da die Nachbargemeinden Berthelsdorf und Hilbersdorf schon existierten.

Der Ortsteil Süßenbach wurde etwa zur gleichen Zeit gegründet und diente Weißenborn und den angrenzenden Dörfern als Weideland. Der Begriff „Süß“ wird in Franken und im Erzgebirge für Weideland mit gutem Heu verwendet. Große Eigenständigkeit als Dorf hat es nie besessen.

  • 1365 Der Ort wurde der Familie von Hartitzsch als Lehen übergeben, in deren Besitz er bis 1802 blieb. Während dieser Zeit wurde auch Weißenborn nicht von Kriegen, Ausplünderungen und Pest verschont. Profitieren konnte der Ort vor allem vom aufblühenden Bergbau in der Region.
  • 1802 Alexander von Hartitzsch verkaufte Schloß und Rittergut an einen Herrn Christoph Schubert, der beides an einen Rittmeister von Weißenbach weiterverkaufte.
  • weissenborn-chronik-auszug-aus-der-chronik-21870 Alte Mühle Zwei Kaufleute aus Chemnitz erwarben die „Alte Mühle“, der ein Sägewerk und ein Floßplatz angegliedert waren. Damit legten sie den Grundstein für die Papierfabrik.
  • 1871 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn
  • 1876 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Papierfabrik
  • 1880 Errichtung einer Postagentur in Weißenborn
  • 1882 Oberst Freiherr von Wangenheim kaufte das Rittergut vom Grafen Hohenthal-Püchau, welches er bis 1924 behielt.weissenborn-chronik-auszug-aus-der-chronik-3
  • 1885 Änderung des Sortenprogramms, Zeitungspapiere und geringe Druckpapiere werden durch holzfreie Schreibpapiere ersetzt. Dadurch rückt das Unternehmen in die Reihe der Feinpapierwerke auf.
  • 1888 Durch die ständige Vergrößerung der Papierfabrik wurde ein 2,9 km langer Gleisanschluß nach Berthelsdorf erforderlich.
  • 1893 Der praktische Arzt Dr. Stahl eröffnete die erste Arztpraxis im Ort.
  • 1920 Erste Busverbindung zwischen Weißenborn und Freiberg
  • 1926 Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, das heute auch den Opfern des 2. Weltkrieges gedenkt
  • 1931 Dr. Otto Fritz wurde neuer Besitzer des Rittergutes
  • 1949 Gründung der Sportgemeinschaft „Rotation“, die heute besonders durch ihre Handballerinnen große Erfolge feiert
  • 1957 Baubeginn des Naturbades
  • 1960 Alle Bauern entschieden sich für die genossenschaftliche Arbeit. Aus den bäuerlichen Einzelbetrieben wurden 3 große Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften, die sich 1964 zu einer einheitlichen Produktionsgenossenschaft zusammenschlossen.
  • 1963 Im Juli fand eine Festwoche zum 335 jährigen Schulfest und 800 Jahre Weißenborn statt. Während dieser Festwoche erfolgte die offizielle Einweihung des Naturbades. 
     
  • 1972 Anlässlich des 100 jährigen Bestehens der Papierfabrik fand im Oktober eine Festwoche statt.
  • 1973 Einweihung des neuen Gemeindeamtes
  • 1988 Im Juli fand eine Festwoche zum 360 jährigen Schulfest und 825 Jahre Weißenborn statt.